SPACIT Focus


Was ist Spatial Citizenship?

Spatial Citizenship basiert auf der Annahme, dass die alltägliche Nutzung von Technologien und Geoinformation gesellschaftliche Veränderungen hervorbringt, denen in der sekundaren Bildung Rechnung zu tragen ist. Im Besonderen werden hierbei individuelle sowie kollektive Veränderungen der Raumaneignung angesprochen,. die wiederum kollektive Entscheidungsprozesse beeinflussen. Für demokratische Prozesse auf lokaler, urbaner und regionaler Ebene, wie Planungsprozesse, Naturschutz bis hin zur Organisation und Planung der individuellen Freizeit ist dies von Bedeutung. Partizipative und kollektive Ansätze sowie die Bereitstellung von Informationen und die Datensammlung mithilfe des Internets sind weit verbreitete Methoden in demokratischen Entscheidungsprozessen. SPACIT will die Voraussetzungen schaffen, um diese Prozesse in der schulischen Bildung zu unterstützen. Lehrern und Schülern soll der Einfluss und die Möglichkeiten räumlichen Denkens, von Geoinformation und der Nutzung des (Geo)Webs als ein Instrument kommunikativer und partizipativer Einflussnahme, näher gebracht werden, um als mündige Bürger in Entscheidungsprozessen teil zu nehmen.

“The construction of Europe is not just a form of collaboration between States. It is a rapprochement of peoples who wish to go forward together, adapting their activity to the changing conditions in the world while preserving those values which are their common heritage”.(Tindemans 1976:22)

 

SPACIT Projekt

SPACIT wurde entwickelt, um die Entwicklungen und die diversen gesellschaftlichen Veränderungen durch Geoinformation zu nutzen,. Das Projekt ist im Rahmen der Comenius Priorität 2: der Entwicklung von Ansätzen für Lehre und Lernen, eingeordnet. [2]

Räumliches Denken in Verbindung mit der Nutzung von ICT (Informations- und Kommunikationstechnik) Technologien sowie die Nutzung von Geoinformationen in der höheren Schulbildung ist eines der Hauptziele des EU Programmes für Lebenslanges Lernen Europa2020. Vor diesem Hintergrund werden im Projekt SPACIT Workshops und Lehrmaterialien für LehrerInnen in Aus- und Fortbildung erarbeitet und angeboten. Das Potenzial von (Geo)Informationstechnologien und deren kritische Nutzung wird in die politische Bildung integriert. SPACIT schafft damit Synergien über die schulische Bildung hinaus. Dabei wird unter Berücksichtigung der technischen Entwicklungen das alltägliche Nutzungsverhalten von Geoinformation empirisch und theoretisch aufgearbeitet, um auf Basis dieser Erkenntnisse ein Curriculum sowie Workshops und Lehrmaterialien zu erstellen. Die erarbeiteten Workshops und Lehrmaterialien sollen außerdem öffentliche, private und europäische Initiativen der GIScience (Geoinformationswissenschaft) pädagogisch aufbereiten und somit eine aktivere BürgerInnenbeteiligung fördern.

  • SPACIT trägt den veränderten Bedingungen Rechnung, indem Lehrern, Studenten, politischen Entscheidungsträgern und Curricularentwicklern die Grundlagen für einen gleichermaßen kritischen wie reflexiven Umgang mit räumlichen Daten und Informationen geboten wird.
  • SPACIT erarbeitet ein Kompetenzmodel sowie ein darauf aufbauendes Curriculum für Lehrende der  Sekundarstufe II. Hierbei werden über technische Kompetenzen hinaus wichtige Schlüsselkompetenzen für Jugendliche angesprochen .
  • SPACIT unterstützt die Ausbildung von (Geo)Kommunikationsfähigkeiten, die im Curriculum der Sekundarstufe II gelehrt werden sollten.
  • SPACIT stellt einen interdisziplinären Ansatz der Sozialwissenschaften, politischen Bildung, Geoinformatik, Didaktik dar, der die Nutzung von Informationstechnologien in die LehrerInnen Aus- und Fortbildung einbindet.
  • Die entwickelten Kurse und Kursmaterialien werden über die Dauer des eigentlichen Projektes hinaus verbreitet. und durch neue Anwendungsmöglichkeiten stetig erweitert. Eine frei zugängliche Online-Lernumgebung wird unterstützend und erklärend den Kursen und Lernmaterialen, mithilfe eines Online Handbuches und Lernbeispielen zur Seite gestellt.


Projektziele

Das Ziel des SPACIT Projektes ist es LehrerInnen mit den relevanten Kompetenzen auszustatten,um das Konzept Spatial Citizenship für die Praxis zugänglich zu machen:

  • ein online verfügbares Handbuch zu aktuellen Entwicklungen der (Geo)Informationsgesellschaft, den technologischen Grundlagen sowie deren sozialen und ökonomischen Auswirkungen für die Gesellschaft.
  • Ein Kompetenzmodell und Curriculum für eine verstärkte Partizipation in der (Geo)Informationsgesellschaft durch Spatial Citizenship.
  • Materialien für Lehrer, die aktives Lernen / Lehren der für Spatial Citizenship relevanten Fähigkeiten und Fertigkeiten unterstützen. Diese werden in folgenden 4 Kategorien aufbereitet.
  1. Die Grundlagen räumlicher Konzepte, um die Wechselwirkungen absoluter Raumkonzepte, welche als Basis für Geoinformation dienen und sozialer Raumkonzepte, welche als Basis politischer und sozialer Räume dienen, zu verstehen.
  2. Räumliches Denken, um relationale Raumkonzepte zu verstehen und zu diese in der Praxis anzuwenden.
  3. GI-enabled Spatial Citizenship – räumliche Kommunikation –Kompetenzen, die nötig sind, kritisch und reflexiv mithilfe von räumlichen Repräsentationen (z:B. Karten) zu kommunizieren.
  4. GI-enabled Spatial Citizenship – Partizipation – Kompetenzen, die für die aktive Teilhabe an Entscheidungsprozessen nötig sind.


Zielgruppe

Die Hauptzielgruppe für SPACIT sind LehrerInnen in der Aus- und Fortbildung, welche Kompetenzen der kritischen Nutzung von Geoinformationstechnologien und die Kompetenzen zur Einbindung des Spatial Citizenship Konzeptes in den Unterricht erlernen möchten. SPACIT bietet Workshops und online-verfügbare Kursmaterialen.


[1] Tindemans, L. (1976): Report on European Union. Bulletin of the European

[2] Communities, Supplement 1/76.

[3] Policy aspects for School Education and 2011 priorities concerning Comenius Centralised Actions http://eacea.ec.europa.eu/llp/events/2012/documents/kick-off-meeting_16-17_02/comenius_policy%20aspects_helland.pdf